Ausflüge auf Malta

Unterwegs auf der Sonneninsel

Malta, die Schatzinsel im Mittelmeer, lohnt sich auch außerhalb ihrer schönen Hauptstadt Valletta. Wir unternehmen einige Ausflüge. Für unsere Wege über die Insel nutzen wir einen der vielen Busse von Malta Public Transport, deren Netz die ganze Insel erschließt.

Mdina – Maltas alte Hauptstadt

Mdina ist arabisch und bedeutet „ummauerte Stadt“. Der Name passt: Denn noch heute umgeben gewaltige Mauern Maltas ehemalige Hauptstadt.

Es ist unübersehbar, welch mächtige Bastion Mdina einst war: Phönizier waren hier, dann Römer, später Araber, die im 9. Jahrhundert von Sizilien aus die Insel erobert hatten, und im 12. Jahrhundert kamen die Normannen. Sie alle schätzten die günstige Lage und den hervorragenden Weitblick, denn Mdina liegt rund 200 Meter hoch auf einem Plateau. Kein Feind konnte sich unbemerkt nähern.

Wir kommen ganz „friedlich“ und betreten das Städtchen durch sein schönstes Portal, das Löwentor! Verewigt auch in der Serie „Game of Thrones“, die es als Tor zur fiktiven Hauptstadt Königsmund einsetzte. Weswegen das Städtchen ein Tourismus-Hotspot geworden ist – und das Main Gate zu einem der meistfotografierten Motive.

Gassen mit Geschichte

1530 gewährte Kaiser Karl V. den Rittern des Johanniterordens Malta als Lehen; Mdina blieb zunächst das politische und kulturelle Zentrum der Insel. Doch später zog es die seefahrenden Ritter näher ans Meer, und sie verlegten die Hauptstadt – zunächst nach Vittoriosa und schließlich nach Valletta.

St. Paul’s Kathedrale

Mdinas prominentestes Gebäude, erbaut von den Johannitern. Die imposante Kathedrale gilt als eine der architektonischen Perlen der Insel. Auf uns wirkt sie fast überdimensioniert – als stünde der Petersdom auf einem Dorfanger!

Überaus prachtvoll zeigt sich das Innere der Kathedrale.

Ihre riesige Kuppel ist das weithin sichtbare Wahrzeichen Mdinas.

Stadt der Stille

Mdina gilt als „Stadt der Stille“. Nur etwa 200 Menschen leben in ihren Mauern, nur wenige Autos dürfen sich in der Altstadt bewegen. Das meisten „Lärm“ verursachen die klappernde Hufe der Pferde, die Touristenkutschen durch Mdina ziehen.

Mit der Stille kann es jedoch schnell vorbei sein, wenn sich tausende Kreuzfahrt- und Tagestouristen in den schmalen Gassen drängen, was während der Saison wohl täglich vorkommt, wie man uns erzählt.

Dann kehrt erst am Abend wieder Ruhe ein. Wir haben Glück an diesem Frühlingsvormittag und erleben Mdina tatsächlich als stille Stadt.

Marsaxlokk

Unser nächster Ausflug führt uns in das idyllische Fischerörtchen im Südosten der Insel. Der Name setzt sich zusammen aus dem arabischen Wort Marsa für Hafen und dem maltesischen Begriff Xlokk, was Südwind bedeutet.

Marsaxlokk ist berühmt für seine farbenfrohe Fischerboote, die im Hafen schaukeln – die Luzzu.

Am Bug sind die Holzboote mit den stilisierten Augen versehen, den Il-Hnejja. Die „Augen des Horus“ gehen auf die Kultur der Phönizier zurück.

Angeblich sollen sie die Fischer vor „dem bösen Blick“ schützen und vor den Gefahren des Meeres bewahren.

Hübsche, typisch maltesische Häuser aus hellem Kalkstein mit bunten Holzbalkonen säumen die Hafenpromenade.

Täglich findet hier ein Markt statt: Die Händler bieten neben allerlei Klimbim und Souvenirs vor allem taufrischen Fisch an. In den anliegenden Restaurants wird der Fang des Tages sogleich verarbeitet.

Wir nehmen bei 3 Sisters Platz, den drei Schwestern, die auf maltesische Fischküche spezialisiert sind.

Mit Blick auf die Luzzus im Hafen werden wir kulinarisch verwöhnt.

Zu ausgesprochen fairen Preisen. Ein Tipp!

Ħaġar Qim

Die Spuren der Geschichte Maltas führen uns bis in die Steinzeit, ins späte Neolithikum. Unser Ziel ist der archäologische Park von Ħaġar Qim im Südosten der Insel. Der Bus hält direkt am Besucherzentrum.

Im Jahr 1839 stießen Bauern auf die riesigen, behauenen Steinblöcke, manche von ihnen zwanzig Tonnen schwer.

Archäologen erkannten die Sensation: Hier steht Maltas Stonehenge.

Vor fast 6.000 Jahren entwickelte sich hier eine frühe Hochkultur, die bis 2500 v. Chr. bestand und uns ihre riesigen Mauern hinterließ. Sie endete wohl abrupt. Warum? Diese Frage konnte die Wissenschaft bis heute nicht beantworten.

Immerhin wurde das Rätsel gelöst, wie die Menschen ohne Kräne und Lasttiere solch gigantische Steinblöcke bewegen konnten. Denn man fand kreisrunde Transportsteine unter den Quadern, mobile Rollen für tonnenschwere Lasten.

Heute gehören die Tempelanlagen zum Weltkulturerbe der UNESCO und sind eine der touristischen Top-Attraktionen der Insel.

Weingut La Meridiana

Genuss wird großgeschrieben auf Malta. Wir besuchen La Meridiana, Maltas Vorzeigeweingut im Zentrum der Insel. Telefonisch haben wir eine Kellerführung mit Weinprobe gebucht.

19 Hektar bewirtschaftet das Gut auf dem Gelände eines ehemaligen Militärflughafens.

Seit Mitte der 1990er Jahre produziert La Meridiana, das zum „Riesenweinreich“ der Marchesi di Antinori gehört, hochwertige und charaktervolle Weine, die nach Malta schmecken.

Im Keller reifen vier Weißweine, ein Rosé und fünf Rotweine, gekeltert aus Klassiker-Trauben wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Vermentino.

Die Jahresproduktion liegt bei rund 140.000 Flaschen Wein. Den größten Teil des Weins trinken die Malteserinnen und Malteser selbst, doch La Meridiana exportiert auch einige Flaschen – unter anderem nach Japan, Frankreich, die Schweiz, Dänemark und Belgien.

Kulinarisches

In unseren Tagen auf Malta haben wir wunderbar gespeist. Immer haben wir uns dem Zufall überlassen und sind in Restaurants „gestolpert“, die uns einfach ansprachen. Nicht einen kulinarischen Reinfall haben wir erlebt.

Mix der Kulturen

Die maltesische Küche vereint auf dem Teller all die Kulturen, die der Insel ihren Stempel aufgedrückt haben – eine Mischung aus mediterranen, arabischen und italienischen Einflüssen, reich an Aromen und Vielfalt.

Fisch spielt eine große Rolle. Wie könnte es anders sein. Beliebt sind Lampuki (Dorade), Calamari (Tintenfisch) und Aljotta (Fischsuppe). Die Kapunata ist die maltesische Schwester der sizilianischen Caponata: ein geschmortes Gemüsegericht aus Auberginen, Zucchini, Tomaten und Paprika. Es wird oft als Beilage oder auf einer Scheibe Malteser Brot serviert. Köstlich fanden wir Maltas Variante des katalanischen Pan amb oli. Hier firmiert das Röstbrot mit Tomaten, Olivenöl, Knoblauch und Kräutern als Hobz Biz-Zejt – ein beliebter Snack.

Eine süße Versuchung sind Imqaret, frittierte Teigtaschen mit Datteln gefüllt und Honig beträufelt, auch in Kombination mit Eis serviert. Ein beliebtes Dessert!

Palazzo Preca

Für uns ist es ein Zufallsfund, tatsächlich ist der Palazzo Preca ein Restaurantklassiker in Valletta: Der Familienbetrieb mit langer Tradition residiert in einem schön restaurierten historischen Palais im Zentrum von Valletta.

Die Chefinnen Ramona und Roberta Preca laden mit ihrem Menü ein zu einer kulinarischen Reise durch die maltesische Küche. Wir beginnen mit Whitebait Fishcakes, runden und sehr schmackhaften Fischbulettchen.

Nächste Station unsere kleinen Reise: ein feines Carpaccio von der Seebrasse.

Es folgt ein köstliches Risotto Seafood mit Muscheln, Krabben und Tintenfisch.

Anciova

Gleich zweimal speisen wir im Anciova, einem sizilianischen Restaurant, das sich auf Meeresfrüchte und Fischgerichte spezialisiert hat.

Vom Fischcarpaccio mit gehackten Pistazien bis zum Catch of the Day – alles sehr frisch und fein!

Fernandõ Gastrotheque

An unserem letzten Abend lassen wir uns im Fine Dining Restaurant Fernandõ verwöhnen, das sogar einen Michelin-Stern besitzt. Unter anderem genießen wir ein zartes Perlhuhn.

Fazit

Ein faszinierender Mix der Kulturen, tolle Küche, nette Menschen, kurze Wege – Malta im Frühling ist perfekt für einen Kurztrip.

Infos

  • Tourismusinformation Visit Malta
  • Busverkehr Malta Public Transport
  • Archäologischer Park Ħaġar Qim
    Triq Hagar Qim, Il-Qrendi QRD 2501, Malta
    März bis Dezember täglich von 10 bis 18.00 Uhr
    Tickets kosten 10 Euro, ermäßigt 7,50 Euro
  • Weingut La Meridiana
    Ta’ Qali ATD 4000, Malta, Tel: +356 2141 3550, info@meridiana.com.mt
    Montag bis Freitag von 10 bis 17.00 Uhr
    Für Weinproben und Führungen ist eine Reservierung nötig
  • Restaurant 3 Sisters
    Xatt is-sajjieda, Marsaxlokk, Malta
    täglich von 11 bis 21 Uhr, Dienstag ist Ruhetag
  • Restaurant Anciova
    154/b The strand Gezira, GZR 3010, Malta, Tel: +356 2713 3764
  • Restaurant Palazzo Preca
    54, Strait Street Valletta, VLT 05, Malta, Tel: +356 2122 6777
    Montag, Freitag und Sonnabend von 12 bis 21.45 Uhr
    Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 12 bis 15.45 Uhr
    Sonntag von 12 bis 14.15 Uhr
  • Restaurant Fernandõ Gastrotheque
    17, Tigne Street SLM 3171 Sliema, Tel: +356 7922 2023
    Dienstag bis Sonnabend von 18 bis 23.00 Uhr

Fotos: © Bettina Melzer, Shutterstock

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..