La Orotava, die Stolze!

Schöne zwischen Teide und Meer!

Ganz schön steil liegt die Stadt an den Berg geschmiegt! Schmal sind ihre Straßen, großzügig die Plätze, herrschaftlich ihre Häuser. La Orotava, einige hundert Meter oberhalb von Puerto de la Cruz gelegen, strahlt ein großes Selbstbewusstsein aus, das auf ihrer langen Geschichte beruht sowie auf ihrem reichen kulturellen und architektonischen Erbe. Teneriffas älteste Stadt gehört zu den schönsten und stolzesten der Kanareninsel.

Denkmalgeschützte Altstadt

Gar nicht so einfach, im historischen Zentrum von La Orotava einen Parkplatz zu finden. Doch wir haben Glück und entdecken ein kleines Parkhaus. Nichts wie rein – und unser Stadtbummel kann beginnen. Am Ende der Straße, an der Plaza Patricio García, steht bereits eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten La Orotavas: die spätbarocke Hauptkirche Nuestra Señora de la Concepción aus dem 18. Jahrhundert – randvoll mit Kunst und Geschichte(n), die eng mit der Insel verbunden sind.

Ihre markante rote Kuppel ist weithin sichtbar und das vielfotografierte Wahrzeichen der Stadt.

Adelspalais, Herren- und Großbürgerhäuser, Kirchen und Kloster – viele aus dem 16. und 17. Jahrhundert – säumen unseren Weg.

Die Gebäude sind mit Liebe restauriert und gepflegt. Seit 2005 steht La Orotavas gesamte Altstadt unter Denkmalschutz. Das nehmen ihre Bürger*innen offensichtlich sehr ernst! Bravo!

Casa de los Balcones – Haus der Balkone

Das ikonischste Gebäude der Stadt – die „Casa de los Balcones“ aus dem 17. Jahrhundert – steht ein paar Gehminuten den Berg hinauf in der Calle San Franciso. Angekommen! Wir legen den Kopf in den Nacken, unser Blick geht nach oben. Die markante Balkonreihe im letzten Stockwerk ist aus kanarischem Kiefernholz geschnitzt.

Von außen sieht die Casa streng aus und klar strukturiert. Bukolisch wird es, sobald wir in den Patio kommen, einen schönen kanarischen Innenhof: Das Licht flirrt zwischen Hell und Dunkel, riesige Alocasien und Farne wachsen in Kübeln, ein Brunnen plätschert, sanfte Kühle empfängt uns – hier haben die früheren Bewohner sicher schöne Stunden verlebt, stellen wir uns vor.

Den Abschluss des Gebäudes bildet auch im Patio eine kunstvoll geschnitzte Balkonreihe mit korinthischen Kapitellen, gefertigt von Zimmerleuten aus La Orotava, die hier zeigten, was sie drauf hatten: Eine Perle tenerifischer Handwerkskunst.

Im ersten Obergeschoss ist ein Museum untergebracht, das vom großbürgerlichen bis adligen Leben vergangener Jahrhunderte erzählt. Auf der großzügigen Veranda möchte man sofort Platz nehmen und ein kühles Getränk genießen. Ist natürlich nicht vorgesehen, nur schauen und fantasieren.

Als das Haus noch bewohnt wurde, war in dieser Küche viel los. Es wurde den ganzen Tag gekocht, gegrillt, gebrutzelt. Ein Familienmitglied hatte immer Hunger – oder Appetit. Mit Holz wurden Herd und Backofen befeuert, deren Wärme den Rest des Hauses beheizte. Es kann ja durchaus kühl werden auf Teneriffa, vor allem in den Bergen.

In großen Truhen wurde Getreide aufbewahrt, in riesigen Tonkrügen Wasser gelagert und gekühlt. Die Kupfertöpfe und -pfanne hängen einsatzbereit am Haken. Das ganze Haus wirkt, als seien seine Besitzer nur eben mal spazieren und kämen gleich wieder zurück.

Der Tisch im Salon ist fein gedeckt. Wer hier wohl zum Diner erwartet wurde?

Bilder und alte Fotografien an den Wänden werfen Schlaglichter auf La Orotavas Vergangenheit.

Das Haus der Balkone gilt als Tempel der kanarischen Hohlsaumstickerei. Einst entstanden hier die schönen Stickereien in Teamarbeit. Die alte Kunst wird noch heute in Kursen vermittelt.

Fronleichnam

Der höchste Feiertag im Stadtkalender ist Fronleichnam – Corpus Christi, wie die Spanier sagen. Die Bürger La Orotavas bedecken dann die Straßen mit Teppichen aus Blüten und farbigem Vulkansand – ein ebenso monumentales wie kurzlebiges Kunstwerk.

Teppichmuseum: Museo de las Alfombras

Wie die Blumen- und Sandteppiche entstehen, davon erzählt das „Museo de las Alfombras“, das Teppichmuseum, direkt neben der „Casa de los Balcones“.

In der „Casa Jiménez-Franchi“, einem noblen Herrenhaus, hat das Museum seine Heimat gefunden.

Die Stadt Orotava hat das Gebäude eigens für die Kunstwerke aus Sand und Blumen umbauen lassen. Die Sand- und Blumenteppiche sind als tenerifisches Kulturgut anerkannt!

Wir werden durch mehr als 160 Jahre Geschichte der „Alfombras“ geführt. Zu sehen sind Skizzen der ersten Teppiche, historische Dokumente, Gussformen und Werkzeuge.

Viele Fotos dokumentieren, wie sich die Kunst der „Alfombristas“ über die Jahrzehnte entwickelt hat.

Am Ende des Rundgangs werden wir mit herrlichen Blicken über die Dächer La Orotavas beschenkt.

Cafetería im Liceo de Taoro

Zeit für eine Pause. Wir nehmen Platz auf der Terrasse des „Liceo de Taoro“, einem eklektischen Stadtpalast, der seit Mitte der 1970er Jahre als städtisches Kulturzentrum dient. Hier finden Ausstellungen, Lesungen und Konzerte statt.

Ein „Café con leche“, ein „pastélito“ (kleiner Kuchen) und dieser Blick über die schöne Stadt! Was will man mehr. Wir sind happy!

Fazit

Unbedingt besuchen und ein paar Stunden für einen Rundgang einplanen! Es lohnt sich!!

Infos

2 Gedanken zu “La Orotava, die Stolze!

  1. Liebstes Schwesterl

    herrliche Fotos und Text…Deine geheime Lektorin hat hier einen
    winzigen Schreibfehler entdeckt…StiCHereien…statt StiCKereien

    Kusssssss

    Gefällt mir

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