Kloster Eberbach im Rheingau

Ein geschichtsträchtiger Ort am Rhein!

Es ist Ende November. Die Sonne strahlt, der Himmel ist dunkelblau. Wir haben beruflich in Wiesbaden zu tun – vor Corona war das – und am Nachmittag frei. Die ehemalige Zisterzienserabtei Eberbach liegt rund 20 Kilometer westlich der Landeshauptstadt Hessens. Also nix wie hin, beschließen wir spontan, und in rund 25 Minuten sind wir auch schon da – und umgehend fasziniert von dieser schönen Klosteranlage!

Zisterzienserabtei im Wald

Der Weg führt uns parallel des Rheins über das romantische Städchen Eltville an das Ende des Kisselbachtals, das zum Naturpark Rhein-Taunus gehört.

Unser erster Eindruck: Die Zisterziensermönche haben sich einen wahrhaft traumhaften Platz ausgesucht, um im 12. Jahrhundert ihre Abtei zu gründen.

Gründervater Bernhard von Clairvaux

Die Abtei stammt aus der Gründerzeit der Zisterzienser. Sie geht auf den legendären Bernhard von Clairvaux zurück, der als bedeutendster Mönch des Ordens gilt. Der Mann stammte ursprünglich aus Dijon im Burgund und sorgte maßgeblich für die Ausbreitung der Zisterzienser in ganz Europa. Im Abteimuseum begegnen wir ihm, bescheiden in einer Ecke stehend, in Gestalt einer Holzskulptur, die ein unbekannter Bildhauer Anfang des 18. Jahrhunderts schuf.

Kulturdenkmal

Mit Basilika, Refektorium, dem Speisesaal der Mönche, ihrem Schlafsaal „Dormitorium“ – mit 83 Metern Länge ist er der größte mittelalterliche Profanraum in Deutschland – sowie Hospitalkeller und historischem „Kabinettkeller“ gehört Kloster Eberbach zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern Hessens.

Die gesamte Anlage ist exzellent erhalten – ein Meisterwerk der mittelalterlichen Baukunst. Wir fühlen uns umgehend versetzt in die Lebenswelt der Mönche. Man hat das Gefühl, dass gleich einer um die Ecke biegt.

Sean Connery zum Beispiel, der hier in den 80er Jahren als William von Baskerville in der Verfilmung von „Der Name der Rose“ vor der Kamera stand. Bis heute ist man in Eberbach stolz darauf, dass die Innenaufnahmen des Films im Kloster realisiert wurden.

Der Film bescherte Eberbach fortan ein internationales Touristenpublikum – und viele weitere Kunden aus dem Film- und TV-Business. So war das Kloster u.a. Hauptmotiv der 5. Staffel von „Game of Thrones“. Auch Regisseurin Margerethe von Trotta vertraute der Magie des Ortes für ihre Verfilmung des Lebens der Hildegard von Bingen mit Barbara Sukova in der Hauptrolle.

Große Weinbautradition

Bereits kurz nach der Gründung des Kloster im Jahr 1136 begannen die Mönche, Reben zu kultivieren. Sie brauchten Messwein und sagten sich: „Den machen wir selbst“. Kein Wunder, denn sie kamen ja aus dem Burgund und hatten ihr Knowhow mit in den Rheingau gebracht.

Bild von macroflock auf Pixabay

Die Mönche hatten Erfolg: Ihr Wein erwies sich recht bald als so gut, dass er zum gefragten Handelsgut avancierte. Im früheren Laienrefektorium besichtigen wir 12 historische Weinpressen, die von der Kellerarbeit vergangener Zeiten zeugen.

Eine geradezu magische Atmosphäre herrscht im historischen Fasskeller, wo heute exklusive Verkostungen stattfinden.

Größtes Weingut Deutschlands

252 Hektar Weinbergsbesitz machen die Hessischen Staatsweingüter, zu denen Kloster Eberbach seit 1945 gehört, zum größten Weingut Deutschlands. Hier gibt es also nur Superlative. Die Staatsweingüter besitzen Weinberge im Rheingau, an der Hessischen Bergstrasse und auch in Assmannshausen.

In der Vinothek können wir die Weine kosten – und natürlich kaufen.

Jedes Jahr verkauft Kloster Eberbach weltweit rund 2,5 Millionen Flaschen Wein und Sekt. Wir nehmen auch ein paar mit. Unseren Besuch beschließen wir in der gemütlichen Kloterschenke, bei Braten mit Knödeln und Kraut sowie – logisch! – einem Glas Riesling.

Fazit

„Porta patet, cor magis“ – unsere Tür steht offen, mehr noch unser Herz! Das Motto von Kloster Eberbach. Das wird gelebt. Wir fühlten sehr willkommen und haben einen ausgesprochen interessanten, spannenden und wohlschmeckenden Besuch erlebt.

Info: Kloster Eberbach, Rheingau, Eltville am Rhein

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