Street-Art in Jerusalem

Ein Markt wird zur Galerie!

Nachts oder am Schabbat, wenn Restaurants, Bars und Marktstände geschlossen sind, zeigt der Mahane Yehuda Markt in Westjerusalem ein ganz anderes Gesicht als an Wochentagen, wenn es hier wuselt. Er verwandelt sich in eine Galerie für Straßenkunst.

The Shuk Gallery

Die Fensterläden der Stände sind heruntergerollt und dienen nun als „Leinwände“ für die gesprühten Werke des israelisch-britischen Künstlers Solomon Souza.

Anfang 2015 begann Solomon Souza die Metall-Rolläden und -türen der Marktstände mit Wandbildern zu besprühen. Peu à peu verwandelte er den Mahane Yehuda Markt in einen Ort der Kunst und der Farben.

Unterstützt wurde der Graffiti-Künstler in diesem Projekt von seinem Studienfreund Berel Hahn, der die Idee zur Galerie im „Shuk“ hatte, wie der Markt auf Hebräisch genannt wird, und die Rolle des Produzenten übernahm. Die beiden hatten sich auf einer Jeschiwa Schule, einer Talmudschule, kennen gelernt, die sich ganz in der Nähe des Marktes befindet.

Die Tageszeitung „The Times of Israel“ hat den Künstler eine Nacht lang beim Sprayen beobachtet.

(c) The Times of Israel

Kunst in den Genen

Solomon Souza wurde in Großbritannien geboren und entstammt einer Künstlerfamilie. Er ist Enkel des indischen Avantgardisten Francis Newton Souza (1924-2002), der als „Picasso Indiens“ gilt. Auch Solomons Mutter ist Malerin. Der Apfel fiel also ganz nah am Künstler-Stamm.

Solomon Souza vor einem seiner Bilder (c) The Times of Israel/Luke Tress

Allein im ersten Jahr des Projekts bemalte der Künstler 140 Fensterläden mit Graffitis, die historische und zeitgenössische Persönlichkeiten zeigen, die Solomon Souza inspiriert haben von biblischen Helden über Künstler*innen und Denker*innen bis hin zu Golda Meir, der früheren israelischen Premierministerin.

Besucher kommen heute also nicht nur wegen Obst und Gemüse zum Markt, sondern gern auch am jüdischen Ruhetag, um die Bilder zu besichtigen. So nutzten im Mai 2017 Bundespräsident Frank Walter Steinmeier und seine Frau den Staatsbesuch in Israel, um die Kunstgalerie zu besuchen. Israels Staatspräsident Reuven Rivlin gab den „Reiseleiter“.

Das Kunstprojekt „The Shuk Gallery“ machte Solomon Souza bekannt. Heute ist er ein gut gebuchter Graffiti-Künstler, dessen Werke weltweit zu sehen sind.

Fazit

Wir sind eher zufällig am Schabbat in die Galerie gestolpert und waren fasziniert. Eine Empfehlung!

Info: Solomon Souza

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