Berlin im Schnee

Ein seltenes Winterglück!

Am Sonnabend traue ich in der Frühe meinen Augen nicht. Über Nacht hat sich die Stadt in eine Winterlandschaft verwandelt. Bäume, Gehwege, Dächer – alle sind flauschig weiß verpackt. Wie schön! Wann lag zum letzten Mal Schnee bei uns? Ich erinnere mich an einen recht strengen Winter vor 10 Jahren, auch an viel Schnee im Jahr 2015. Das war’s! Also nichts wie raus, Schnee genießen!

Am Landwehrkanal

Wir folgen dem für mich schönsten Weg entlang des Landwehrkanals in den Tiergarten. Der Gatte und ich sind früh dran und fast allein unterwegs. So haben wir das Winteridyll (nahezu) exklusiv für uns.

Architekturschönheit: Lichtensteinbrücke

Wir passieren die Lichtensteinbrücke, deren elegante Architektur mich immer wieder aufs Neue begeistert. Ihr östlicher Teil verbindet – exklusiv für die zahlenden Besucher*innen – den Hauptteil des Zoologischen Gartens mit seinem Extra-Gelände auf dem Nordostufer des Kanals.

Benannt ist die Brücke nach dem Mediziner Martin Hinrich Lichtenstein, dem Gründer und ersten Direktor des Zoologischen Gartens.

Der westliche, für alle Spaziergänger zugängliche Teil der Zwillingsbrücke ist Rosa Luxemburg gewidmet, der Mitgründerin der Kommunistischen Partei in Deutschland. Ganz in der Nähe wurde Rosa Luxemburg 1919 ermordet. Wo heute die Brücke steht, warf man ihren Leichnam in den Landwehrkanal. Das Denkmal erinnert an die Tat.

Stadtlandschaft in Grau und Weiß

Der Himmel ist bedeckt, die Wolken wirken wie ein Weichzeichner und tauchen die Landschaft in sanfte Grautöne und Schattierungen von Weiß. Nur die Positionslichter am Schleusenkrug, übrig gebliebenes Herbstlaub …

… und ein paar Hagebutten setzen einen kleinen Farbakzent.

Auf dem Weg zum Schleusenkrug treffen wir, leicht zerzaust, Herrn Graureiher! Vornehm steht er auf einem Bein und betrachtet das Geschehen um ihn herum. Ohne eine Miene zu verziehen. Wie eine Skulptur!

Ungerührt ziehen die Enten ihre Bahnen durch das knapp über Null Grad kalte Wasser – Eisfüße bekommen sie offenbar nicht.

Von der Schleusenbrücke aus weitet sich der Blick über den Landwehrkanal.

Für einen kurzen Moment teilen sich ein paar Wolken, etwas Blau wird erkennbar und Sonne wirft einen silbrigen Strahl über den Kanal.

Als wir am Neuen See ankommen, ist das kurze Sonnenintermezzo schon wieder vorbei. Still liegt der See vor uns, es hat sich ein dünne Eisschicht gebildet. Nur ein kleiner Schneemann hält am Ufer die Stellung.

Ein Winterstillleben. Gemalt von Kälte, Schnee und Licht!

Das nächste Kapitel im Berliner Wintermärchen soll am nächsten Wochenende geschrieben werden – mit viel Schnee und eisigen Temperaturen.

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