Das Virgental in Osttirol (+ Video)

Ein Idyll am Großvenediger!

Wie wunderbar! Wie schön! Was für eine Landschaft! Wir sind im Virgental unterwegs. Wo bitte? Das haben uns viele Freunde gefragt, als wir ihnen von unseren Reiseplänen erzählten. Denn die wenigsten kennen diesen Naturschatz in Osttirol, der uns mit seiner naturbelassenen Landschaft bezaubert hat, seinen idyllischen Dörfchen, mächtigen Gipfeln, idyllischen Bergseen und tosenden Wasserfällen. Ein Paradies für Wanderer!

Das Virgental beginnt nur wenige Kilometer hinter dem Felbertauerntunnel, wenn man aus Deutschland anreist. Es führt vom lebendigen Städtchen Matrei etwa 20 Kilometer nach Westen bis zu den Umbalwasserfällen.

Virgen, ein malerisches Dorf

Namensgeber des Tals ist das Sonnendorf Virgen. Seinen Namen verdankt der Ort vermutlich frühen slawischen Siedlern, in deren Sprache Virgen so viel bedeutet wie „sonniger Ort“. Schon allein wegen der vielen Sonnenstunden gilt Virgen als das „Meran Osttirols“.

Sehenswert ist die Wallfahrtskirche Maria Schnee im Ortsteil Obermauern. Das Kirchlein thront auf einem Hügel und blickt mit der Gelassenheit der Jahrhunderte auf Virgen. Seit 1456 steht es hier.

Alte Bauernhäuser mit Gärten, in denen es üppig blüht, bilden einen romantischen Rahmen um Maria Schnee.

Im Nationalpark Hohe Tauern

Das Virgental gehört zum Nationalpark Hohe Tauern, der beeindruckende Zahlen vorweisen kann: Laut Selbstauskunft des Parks gruppieren sich 300 Dreitausender um den Großglockner, mit 3.798 Metern der höchste Berg Österreichs.

25 Wasserfälle, mehr als 500 Bergseen und 270 Gebirgsbäche gehören zum Schutzgebiet, das vor allem Naturfreunde, Wanderer und Bergsteiger anzieht.

Insbesondere im Virgental spielt der Skitourismus nur eine kleine Rolle, was der Landschaft gut zu tun scheint, die einfach in Ruhe gelassen wird.

Zu Füßen des Großvenedigers

Beherrschender Berg und Blickfang des Virgentals ist der Großvenediger, dessen markanter Gipfel ganzjährig mit Schnee bedeckt ist. Bei unseren Touren sind wir ihm immer wieder begegnet. Ein faszinierender Anblick.

Mit dem Hüttentaxi zur Höhentour

Im Virgental gibt es einen tollen Service für Gäste: Das Hüttentaxi. Es bringt uns beispielsweise zur Johannishütte in 2.121Meter Höhe. Wir sparen uns den stundenlangen Marsch durch den Wald über endlose Serpentinen und können mit freien Blick auf die umliegende Gebirgszüge zu einer Höhentour starten.

Die Wege sind gut markiert. Wir können unser Ziel nicht verfehlen.

Unterwegs Richtung Defregger-Haus hören wir immer wieder Murmeltiere pfeifen, in der Ferne sehen wir eines in seiner Höhle verschwinden. Und in der Höhe ziehen die geflügelten Bergbewohner ihre Kreise. Ob es Steinadler sind? 40 Brutpaare sollen im Nationalpark zu Hause sein.

Blühende Almwiesen

Ende Juni, Anfang Juli ist für meine Begriffe eine perfekte Reisezeit für das Virgental. Denn jetzt stehen die Almwiesen in voller Blüte.

Die Pflanzenwelt ist überreich. Für Blumen-Elsen wie mich ein Paradies. Vom schlichten Vergissmeinnicht bis zu Alpenrosen, Orchideen und Enzian haben wir fast alles gesehen, was die Flora des Virgentals bietet. Nun ja, nicht ganz, denn es wachsen mehr als 1.300 Farn- und Blütenpflanzen im Nationalpark.

Recht selten ist der Türkenbund, eine Lilienart, die auch in den Alpen zu Hause ist. Dieses schöne Exemplar begegnete uns bei den Umbalwasserfällen.

Umbalwasserfälle

Zu den Umbalwassserfällen führt eine der schönsten – und leichtesten – Touren im Virgental. Perfekt also für einen ersten Wandertag.

Mit dem Bus, den wir mit unserer Gästekarte umsonst nutzen dürfen, geht’s zunächst bis zum Parkplatz Ströden.

Dort könnten wir auf eine Pferdekutsche umsteigen. Wir entscheiden für den Fußweg und laufen in rund 30 Minuten bis zur Islitzer Alm.

Hier beginnt der Natur-Kraft-Weg zu den Wasserfällen, dem ersten Wasserschaupfad Europas.

Die Isel, einer der letzten echten Wildflüsse, stürzt hier ins Tal.

Der Rundgang des Wasserschaupfads führt zu sieben Stationen, an denen Aussichtsplattformen tolle Blicke bieten – mal hoch über der Schlucht, mal ganz nah am Wasser.

Urige Hütten

Das Beste am Wandern ist die Pause, die Einkehr. Im Virgental warten auf allen Wegen wunderbare, zum Teil uralte Hütten auf uns Gäste.

Eine der originellsten und urigsten Hütten ist die Gottschaunalm, oberhalb von Virgen.

Vom Parkplatz Marin im Ortsteil Obermauern führt der Weg bis auf fast 2.000 Meter. Es ist ein Kreuzweg, eine Via Dolorosa – fast wie in der Altstadt von Jerusalem, nur viel, viel steiler.

Die Allerheiligen Kapelle ist Ziel dieses Weges. Eine Etappe auf dem Weg zur Alm.

Der Aufstieg ist wirklich steil und anstrengend. Doch werden wir mit herrlichen Blicken belohnt…

… und schließlich erreichen wir – total verschwitzt – die schöne Alm.

Hier wird nur Selbstgemachtes serviert und zugleich ist die Alm ein lebendiges Museum, das vom früheren Leben auf diesen Höhen erzählt.

Fazit

Vor mehr als 20 Jahren waren wir mal zufällig hier. Jetzt haben wir das schöne und nach wie vor ursprüngliche Virgental wieder entdeckt. Die zehn Tage, die wir hier verbringen durften, waren schlicht wundervoll. Hier wollen wir definitiv wieder hin.

Tipp: Ortnerhof in Prägraten

Herzlich empfangen wurden wir im Ortnerhof in Prägraten am Großvenediger. Wir haben uns hier ausgesprochen wohl gefühlt. Unsere Gastgeber Helga und Johann Kratzer haben uns mit prima Tipps versorgt, das Hüttentaxi organisiert, E-Bikes vermietet und uns am Abend mit hervorragender tiroler Küche verwöhnt. Ein Volltreffer!

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