Teneriffas rauer Nordwesten

Wilde Küste und steile Straßen!

Ganz im Westen stürzt Teneriffa steil ins Meer, bis zu 450 Meter fallen die Klippen senkrecht ab – einige Quellen sprechen sogar von 600 Metern! Die Felsen, zu deren Füßen wir entlang schippern, heißen wie sie wirken: Klippen der Riesen – „Acantilados de los Gigantes“. Teneriffas prominenteste Landschaft und wichtigste touristische Attraktion – nach dem Vulkan Teide – flößt Erfurcht ein. Kein Wunder, dass die Felsen zur Zeit der Guanchen, der Ureinwohner, „Muralla del Infierno“ (Höllenmauer) oder „Muralla del Diablo“ (Teufelsmauer) genannt wurden.

Mit dem Katamaran unterwegs

Wir könnten auch mit dem Auto hinfahren. Über die Küstenstraße TF-47 wären wir in rund 30 Minuten dort. Doch wir entscheiden uns für den Wasserweg und eine rund 5-stündige Bootstour.

Im Hafen von Los Christianos gehen wir an Bord eines großen Katamarans. Die Tour haben wir zuvor online gebucht, doch im Hafen werden Tickets auch direkt verkauft – preiswerter. Wie auch immer, wir sind dabei. Vorbei geht die Fahrt zunächst an den Touristenzentren der Costa Adeje wie Playa de Duque mit ihren Hotelpalästen und -anlagen.

Nach rund 1 1/2 Stunden rücken die Giganten in den Blick.

Beeindruckend: Europas zweithöchste Steilküste erstreckt sich über mehr als 9 Kilometer entlang des Atlantiks.

Die spektakulären Felsen sind ziemlich „instagramabel“ – und das beliebteste Motiv steuerbord.

Die Klippen bestehen aus Vulkangestein, was ihren speziellen „Look“ erklärt. De facto sind sie ein Ausläufer des Teno-Gebirges, dessen radikales Ende sie bilden: Hier ist Schluss mit Berg!

Wir ankern – mit diesem herrlichen Blick, der sprachlos macht! – und nutzen …

… die Gelegenheit, im immer noch angenehm temperierten Atlantik eine Runde zu schwimmen.

Auf dem Weg zurück nach Los Christianos begleiten uns ganze Rudel von Delphinen und Walen. Beglückend!

Bild von husmoke auf Pixabay

Spektakuläre Straße über die Berge

Am nächsten Tag, etwas weiter östlich: Die schmale Straße TF-436, auf der wir Richtung Norden fahren, schlängelt sich durch das Teno-Gebirge. Es ist trüb, es nieselt, tief hängen die Wolken – das Wetter präsentiert sich heute ganz anders als in den vergangenen, sehr sommerlichen Tagen. Doch plötzlich überrascht uns dieser Regenbogen, der offenbar sagen will: Auf Teneriffa ist jedes Wetter spannend!

Schluchtenreiche Landschaft

Tiefe Schluchten durchziehen das Teno-Gebirge – „Barrancos“ heißen sie auf Spanisch. Einige überwinden Höhenunterschiede von mehr als 500 Metern. Einer der bekanntesten „Barrancos“ führt vom Bergdorf Masca zum Meer, wo man in ein Wassertaxi nach Los Gigantes steigen kann. Rund 100.000 Wanderer kraxeln jedes Jahr durch die Schlucht hinab zur Küste.

Bergdorf Masca

Idyllisch liegt Masca an den Hang geschmiegt, den die Bauern über Jahrhunderte terrassiert haben, um sich die Arbeit im steilen Feld etwas zu erleichtern. Noch bis in die 1960er Jahre war der Ort nur zu Fuß oder mit dem Esel zu erreichen, weswegen Masca als „verstecktes Dorf“ galt. Angeblich war Masca aufgrund seiner Lage bis ins 19. Jahrhundert ein Rückzugsort für Piraten.

Heute fahren wir bequem über die Serpentinenstraße und können den Wagen sogar oberhalb des Dorfes auf einem eigens eingerichteten Parkplatz abstellen – so wie die vielen 100 Besucher täglich, die das 80-Einwohner-Dorf sehen wollen. Masca ist ein Muss für alle, die sich von der Strandliege erheben und zu einem Ausflug auf den Weg machen. Ein touristischer Hotspot, den Besucher künftig allerdings nur noch mit dem Bus erreichen werden. Die Autoflut ist offenbar zu mächtig geworden.

Besonders weit kommen wir nicht, die gepflasterten Wege im Ort sind durch den Nieselregen ziemlich rutschig. Die Tour durch den „Barranco de Masca“ können wir an diesem Tag vergessen – nach einem minutenkurzen Sonnengastspiel zieht sich der Himmel wieder zu.

Umso mehr erfreuen wir uns an der fotogenen Wüstenflora, die hier oben wächst.

Buenavista del Norte

Masca ist Teil der Gemeinde Buenavista del Norte, eine hübsche, leicht verschlafen wirkende Kleinstadt, rund 30 Minuten entfernt. Ein großer Platz im Zentrum, den farbenfrohe Häuser säumen, ein paar Cafés, eine Kirche – fertig ist das Teneriffa-Idyll.

Ein schöner Ort, um bei einem „cafecito“ zu chillen!

Die Kirche „Iglesia Nuestra Señora de Los Remedios“ aus dem 16. Jahrhundert blickt freundlich auf das lässige, entspannte Leben am gleichnamigen Platz.

Playa de las Arenas

An der Playa de las Arenas, nördlich von Buenavista, endet die Tour durch das Teno-Gebirge.

Im Sommer soll es hier recht voll sein, doch wir sind sind an diesem Tag fast allein am halbmondförmigen Strand, dessen Sand schwarz ist.

Fazit

Schöne Tagestouren auf See und durch die Berge. Sehr empfehlenswert!

Info

2 Gedanken zu “Teneriffas rauer Nordwesten

  1. Bild- und Textmaterial sind ja „sowas von schön“, dass man umgehend den Koffer packen und dahin düsen möchte. Macht auf jeden Fall gute Laune und Appetit auf Teneriffa!
    Danke und Gruß Evi

    Gefällt mir

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